Bei NFC-Tags für Links, Kontaktkarten oder den Zugang begegnen Ihnen Bezeichnungen wie Type 2, Type 4 oder NTAG213. Der Typ beschreibt, wie das Lesegerät mit dem Tag kommuniziert. Die Typnummer allein verrät weder die Speichergröße noch die Sicherheitsfunktionen oder ob jedes Smartphone den Tag lesen kann.

Für viele einfache Anwendungen eignet sich ein NFC-Forum-Type-2-Tag mit NDEF-Daten. NDEF ist ein einheitliches Format für Inhalte wie Webadressen. In Deutschland gelten dieselben NFC-Forum-Tagtypen wie in anderen Ländern; eine eigene deutsche Typenreihe gibt es nicht.

Drei Bezeichnungen auseinanderhalten

„NFC-Tagtyp“ wird oft für drei verschiedene Dinge verwendet. Der NFC-Forum-Typ bezeichnet eine technische Kommunikationsart. Die Chipfamilie nennt ein konkretes Produkt, etwa NTAG213 oder MIFARE DESFire. Das Datenformat legt fest, wie Inhalte gespeichert werden. NDEF ist ein solches Format, aber kein Tagtyp.

Deshalb können zwei Tags mit unterschiedlichen Typnummern für Sie gleich wirken, wenn beide dieselbe NDEF-Nachricht enthalten. Umgekehrt bedeutet „NFC-kompatibel“ nicht, dass jedes Lesegerät dieselben Funktionen unterstützt. Prüfen Sie bei einem konkreten Produkt sowohl den Chipnamen als auch das Datenblatt und die Anforderungen Ihres Lesegeräts.

NFC gehört zur Familie der RFID-Technologien zur berührungslosen Identifikation. Damit NFC-Tags und andere RFID-Systeme zusammenarbeiten, müssen Funkverfahren, Antenne, Bauform und Lesegerät zusammenpassen.

Smartphone mit mehreren NFC-Aufklebern. (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Die fünf NFC-Forum-Typen

Das NFC Forum führt fünf Tagtypen. Sie unterscheiden sich vor allem durch das Funk- und Datenverfahren. Die Nummern bilden keine Rangfolge von „einfach“ bis „besser“.

Typ Technische Grundlage Einordnung
Type 1 NFC-A Ein älterer Typ. Das NFC Forum verlangt ihn inzwischen nicht mehr als verpflichtende Unterstützung. Daraus folgt nicht, dass alle Type-1-Tags verschwunden sind.
Type 2 NFC-A Häufige Wahl für einfache NDEF-Inhalte. NTAG213, NTAG215 und NTAG216 sind Beispiele für konkrete Type-2-Chips.
Type 3 NFC-F, kompatibel mit JIS X 6319-4 Beruht auf FeliCa-Technik. Speicher und Funktionen hängen vom jeweiligen Chip ab.
Type 4 ISO-DEP nach ISO/IEC 14443, über NFC-A oder NFC-B Umfasst konkrete Produkte mit unterschiedlichen Speicher- und Sicherheitsfunktionen. MIFARE DESFire EV3 ist ein Beispiel.
Type 5 NFC-V Beruht auf NFC-V und eignet sich für Anwendungen, deren Lesegerät diese Technik unterstützt. Die NFC-Forum-Spezifikation knüpft an ISO 15693 an.

Bei Type 3 und Type 5 prüfen Sie am besten, ob das Smartphone oder Lesegerät den jeweiligen Tag unterstützt. Auch bei Type 2 und Type 4 entscheidet das konkrete Produkt über die verfügbaren Funktionen.

Speicher hängt vom Chip ab

Die Typnummer sagt nicht, wie viele Daten ein Tag speichern kann. Das zeigen die Type-2-Chips NTAG213, NTAG215 und NTAG216. Laut NXP bieten sie 144, 504 beziehungsweise 888 Byte frei nutzbaren Lese- und Schreibspeicher. Diese Werte gelten für diese Produktfamilie, nicht pauschal für alle Type-2-Tags.

Die NDEF-Struktur und weitere Verwaltungsdaten belegen einen Teil des Speichers. Für den eigentlichen Inhalt bleibt deshalb weniger Platz als der angegebene freie Speicher. Für eine kurze Internetadresse reicht ein kleiner Tag häufig aus. Bei längeren Texten oder umfangreicheren Datensätzen sollten Sie den Speicherbedarf prüfen und den Tag mit dem tatsächlichen Inhalt testen.

Auch andere Funktionen sind produktabhängig. NXP nennt für die NTAG21x-Familie unter anderem eine Schreibfestigkeit von 100.000 Zyklen und eine Datenaufbewahrung von zehn Jahren. Solche Herstellerangaben gelten für die bezeichnete Produktfamilie und sind keine allgemeinen Werte für NFC-Tags.

Welcher Tag passt zum Zweck?

Für eine URL, einen kurzen Hinweis oder eine digitale Visitenkarte ist ein getesteter Type-2-Tag mit NDEF meist eine passende Wahl. NTAG213 bietet für kurze Inhalte oft genug Platz; NTAG215 oder NTAG216 stellen mehr Speicher bereit. Entscheidend ist, dass die Daten auf den Tag passen und die Zielgeräte sie lesen.

Wenn Sie bestimmte Sicherheitsfunktionen brauchen, wählen Sie den Tag anhand des konkreten Chips und seiner Konfiguration aus. MIFARE DESFire EV3 unterstützt beispielsweise AES-Verschlüsselung und strukturierte Dateispeicherung. Das ist eine Eigenschaft dieses Produkts, keine allgemeine Eigenschaft aller Type-4-Tags.

Type 5 kommt infrage, wenn NFC-V und das vorgesehene Lesegerät zur Anwendung passen. Herstellerangaben zu größeren Lesedistanzen gelten für bestimmte Chips und Antennenbedingungen; für die Reichweite eines normalen Smartphones sind sie keine Zusage. Type 1 oder Type 3 sollten Sie vor allem dann wählen, wenn ein vorhandenes Lesesystem oder eine bestimmte Anwendung diese Technik verlangt.

Mehrere unbeschriftete Chipkarten neben einem Lesegerät. (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Smartphones lesen nicht jeden Tag gleich

Die Unterstützung hängt vom Gerät, Betriebssystem und verwendeten Programm ab. Apples Core-NFC-Plattform dokumentiert das Lesen von NDEF-Daten auf unterstützten Tags. Daraus folgt keine Garantie, dass jede iPhone-App alle Funktionen eines konkreten Tags nutzt.

Bei Android ist MIFARE Classic ein Beispiel für eine wichtige Einschränkung: Die Unterstützung ist laut Android-Dokumentation optional und gehört nicht zwingend zu jedem Android-Gerät. Wenn der Tag mit vielen verschiedenen Smartphones funktionieren soll, beschreiben Sie ihn korrekt mit NDEF und testen Sie ihn mit den vorgesehenen Geräten.

Eine NFC-Lese-App kann Ihnen technische Informationen oder gespeicherte NDEF-Daten anzeigen. Die App zeigt jedoch nicht unbedingt alle Eigenschaften des Chips an. Vergleichen Sie beim Kauf deshalb die Modellbezeichnung mit dem Herstellerdatenblatt und verlassen Sie sich nicht allein auf einen angezeigten Typ oder eine Kennung.

NFC bedeutet nicht automatisch Sicherheit

Die Typnummer ist kein Sicherheitsmerkmal. Ein einfacher NFC-Tag verschlüsselt seine Daten nicht automatisch. Je nach Chip und Konfiguration gibt es Funktionen wie Passwortschutz, Authentisierung oder Schreibsperren. Diese Funktionen unterscheiden sich erheblich: NXP nennt für NTAG21x etwa einen konfigurierbaren 32-Bit-Passwortschutz, während DESFire EV3 AES unterstützt. Passwortschutz und Schreibsperren bieten andere Funktionen als eine starke kryptografische Authentisierung.

Behandeln Sie eine frei lesbare URL oder Textnachricht als veränderbaren Inhalt, wenn die konkrete Lösung keine passenden Schutzmaßnahmen vorsieht. Eine kurze Funkdistanz macht einen Tag nicht automatisch sicher. Die Kennung eines Tags, die darauf gespeicherten Daten und die Informationen in einer angeschlossenen Datenbank sind voneinander getrennt. Eine Kennung allein beweist weder, wer den Tag ausgestellt hat, noch was ein Server dazu gespeichert hat.

Lesen und verändern Sie nur eigene Tags oder Tags, für die Sie eine ausdrückliche Erlaubnis haben. NFC eignet sich nicht dazu, fremde Zutrittskarten zu umgehen oder zu klonen.