RFID-Tags kennzeichnen Kleidung, Berufstextilien und Wäschestücke. Ein Lesegerät liest ihre Kennung per Funk, ohne Sichtkontakt. Befestigen Sie den Tag passend zu seinem Modell und zum Waschprozess: Nähen Sie ihn ein, setzen Sie ihn in einen Saum oder eine Stofftasche oder heißsiegeln Sie ihn.

Verwenden Sie nur Tags und Textilien, die Ihnen gehören oder für deren Nutzung Sie ausdrücklich berechtigt sind. Dasselbe gilt für Lesegeräte und Daten. Bei gewerblicher Wäsche muss das Tag Waschtemperatur und Waschchemikalien aushalten. Es muss auch Trocknung und mechanischer Belastung standhalten.

Befestigung für Textil-RFID-Tags wählen

Prüfen Sie zuerst die Angaben des Herstellers zur Befestigung. Die Methoden lassen sich nicht beliebig austauschen. Jedes Tag ist für bestimmte Befestigungsarten und Belastungen ausgelegt.

HID nennt für sein BluTAG HF Laundry Tag den Einbau in einen Saum oder eine Stofftasche sowie das Heißsiegeln unter einem Patch. AXEM Technology führt bei verschiedenen AX’Lin-Varianten Nähen und Heißsiegeln auf. Welche Option für ein bestimmtes Modell gilt, steht in dessen Produktangaben.

Gehen Sie bei einer neuen Textil-Tag-Kombination in dieser Reihenfolge vor:

  1. Prüfen Sie, ob das Lesegerät die Funktechnik des Tags unterstützt.
  2. Prüfen Sie, welche Befestigungsarten für das konkrete Tag zugelassen sind.
  3. Bringen Sie das Tag an der vorgesehenen Stelle im Textil an und prüfen Sie, ob es sich dort beim Tragen oder Waschen störend anfühlt.
  4. Testen Sie das befestigte Tag mit Ihrem Lesegerät und unter den tatsächlichen Wasch- und Trocknungsbedingungen, bevor Sie die Methode in größerem Umfang einsetzen.

Richten Sie Nahtposition und Siegeltemperatur nach der Anleitung für das jeweilige Modell und Textil aus.

Rolle mit RFID-Etiketten. (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Waschprozess vorab prüfen

Erfassen Sie vor der Auswahl die Belastungen, denen das Textil ausgesetzt ist: Waschtemperatur und -dauer, Wasserextraktion, Trockner, Finish- und Bügelprozesse, Chemikalien sowie gegebenenfalls Sterilisation. Vergleichen Sie diese Bedingungen mit den Herstellerangaben zum Tag.

Die Montagewerte gelten nur für das jeweilige Produkt. AXEM nennt für das AX’Lin Large Heat-sealing eine Heißsiegelung von 12 Sekunden bei 204 °C und einem Druck von mehr als 0,5 kg/cm². Laut Datenblatt lässt sich das Tag auch mit Faden befestigen. Die Angaben gelten nur für die genannte Variante; ob ein Haushaltsbügeleisen dieselben Bedingungen erreicht, geht aus ihnen nicht hervor.

Auch Waschwerte gelten nur für das jeweilige Produkt und die beschriebenen Prüfbedingungen. Eine vom Hersteller angegebene Zahl von Waschzyklen belegt daher nicht die Eignung für jeden Waschbetrieb. Prüfen Sie die Funktion nach der Befestigung und nach Belastungen, die Ihrem tatsächlichen Einsatz entsprechen.

Herstellerangaben vergleichen

Die folgenden Werte stammen aus Produktangaben der Hersteller, nicht aus unabhängigen Vergleichstests. Da sich Produkte und Prüfbedingungen unterscheiden, lassen sich die Werte nicht direkt vergleichen.

Produkt Befestigung und Funktechnik Angegebene Wasch- und Lesedaten
AXEM Technology, AX’Lin Large Heat-sealing, Datenblatt V5.0 70 × 15 mm, weniger als 2 mm dick; Heißsiegeln oder Installation mit Faden. UHF bei 860–960 MHz, EPC Class 1 Gen 2 / ISO 18000-6C, UCODE 8. Der Hersteller nennt 200 Waschzyklen, eine Wäsche bei 90 °C für 15 Minuten und eine Wasserextraktion bei 60 bar. Die angegebene Lesereichweite beträgt bis zu 6 m bei einer ERP von 2 W.
HID Global, BluTAG HF Laundry Tag 13,56 MHz; ISO 15693 und ISO 18000-3. Einbau im Saum oder in einer Stofftasche sowie Heißsiegeln unter einem Patch. HID nennt bis zu 300 gewerbliche Waschzyklen.

Die Reichweitenangaben in AXEMs Produktübersicht unterscheiden sich je nach AX’Lin-Variante von denen im Datenblatt des Large Heat-sealing. Für dieses konkrete Modell gibt das Datenblatt bis zu 6 m an; die Übersicht nennt für bestimmte Standard- und Large-Varianten bis zu 10 m. Achten Sie deshalb auf die genaue Produktvariante und das zugehörige Datenblatt. Reichweiten hängen außerdem vom Lesegerät und der Umgebung ab. Ein Herstellerwert ist keine zugesicherte Reichweite in einem Wäschestapel oder mit jedem Lesegerät.

Auch die Waschzyklen von HID und AXEM belegen keinen allgemeinen Haltbarkeitsvorteil von HF- gegenüber UHF-Tags. Die Angaben beziehen sich auf verschiedene Produkte und möglicherweise unterschiedliche Prüfbedingungen.

UHF, HF und NFC unterscheiden

UHF-RFID eignet sich für viele Anwendungen, bei denen ein Lesegerät mehrere Textilien erfassen soll. Für den Einsatz in Deutschland muss das Lesegerät auch die geltenden Funkregeln einhalten. Die Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur, Verfügung 91/2025, führt für RFID den Bereich 865–868 MHz auf. Sie erlaubt RFID-Abfragesendern 2 W ERP auf festgelegten Kanälen und legt außerdem fest, wie sie auf Frequenzen zugreifen und Störungen mindern müssen. Prüfen Sie daher die deutsche Gerätekonfiguration und verlassen Sie sich nicht allein auf eine breite Frequenzangabe wie „860–960 MHz“ auf dem Tag.

HF-RFID (Hochfrequenz-RFID) und NFC (Nahfeldkommunikation) arbeiten beide bei 13,56 MHz. Die gleiche Frequenz bedeutet jedoch nicht, dass die Geräte kompatibel sind. NFC ist für sehr kurze Distanzen ausgelegt; das NFC Forum nennt typischerweise bis zu 2 cm. HID gibt für das BluTAG HF die Standards ISO 15693 und ISO 18000-3 an. Daraus folgt nicht, dass jedes Smartphone oder jede NFC-App das Tag lesen kann. Gleichen Sie vor dem Kauf die unterstützten Standards des Tags mit denen des Lesegeräts oder Smartphones ab.

Kleiner integrierter Schaltkreis auf einer Elektronikplatine. (KI-Symbolbild)
KI-generiertes Symbolbild

Daten und Berechtigungen schützen

Lesen oder beschreiben Sie nur eigene Tags und Daten oder solche, für deren Nutzung Sie eine ausdrückliche Berechtigung haben. Dass sich ein Tag technisch auslesen lässt, gibt Ihnen keine Erlaubnis, fremde Kennungen oder damit verknüpfte Informationen zu nutzen.

Wenn eine RFID-Kennung mit einer Person verknüpft wird, behandeln Sie diese Zuordnung sorgfältig. Speichern Sie auf dem Tag möglichst nur eine Kennung. Bewahren Sie die nötige Verbindung zwischen Kennung und Person in einem geschützten System auf. Legen Sie fest, welche Daten Sie für welchen Zweck benötigen und wie lange Sie sie speichern. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt unter anderem Zweckbindung (Daten nur für festgelegte Zwecke nutzen), Datenminimierung (nur nötige Daten erfassen) und Speicherbegrenzung (Daten nicht länger als nötig speichern). Für die Verarbeitung personenbezogener Daten brauchen Sie eine passende Rechtsgrundlage und müssen Betroffene transparent informieren. Eine Einwilligung ist eine mögliche Rechtsgrundlage, aber nicht automatisch für jede RFID-Nutzung erforderlich.